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Projektgruppe prüft Zusammenarbeit von Bern und Freiburg

Die Regierungsräte der Kantone Bern und Freiburg haben im Dezember 2005 die Universitäten Bern und Freiburg beauftragt, eine Zusammenarbeit im Bereich der Naturwissenschaften und der Medizin zu prüfen. Die beiden Rektoren setzen nun eine Projektgruppe unter der Leitung von Marco Baggiolini, dem Präsidenten der Università della Svizzera italiana, ein. Diese Gruppe soll verschiedene Szenarien entwickeln.

Das Mandat an die beiden Universitäten Freiburg und Bern soll dazu beitragen, in den Naturwissenschaften und in der Medizin zwischen den beiden Zentren Zürich und Arc Lémanique einen starken Pol im Raum Mittelland zu bilden. Um auch in Zukunft in diesen Wissensbereichen national und international Höchstleistungen erbringen zu können, sollen die beiden Universitäten ihre Kräfte künftig vermehrt bündeln. Urs Würgler, Rektor der Universität Bern, und Urs Altermatt, Rektor der Universität Freiburg, begrüssen das Mandat. Als Projektleiter konnten sie Marco Baggiolini gewinnen. Die Projektgruppe soll die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit prüfen. Sie setzt sich aus den Dekanen der philosophisch-naturwissenschaftlichen und der medizinischen Fakultät der Universität Bern sowie seitens der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg aus dem Dekan und einem zweiten Vertreter zusammen. So sind sowohl die Naturwissenschaften als auch die Medizin vertreten.


Medizin, Naturwissenschaften und Life Sciences

Im medizinischen Bereich soll eine mögliche Zusammenführung der vorklinischen medizinischen Lehre und Forschung der beiden Universitäten untersucht werden. Die Aufgaben wären dabei auf beide Standorte zu verteilen. Geprüft wird ausserdem ein gemeinsamer Studiengang Biomedizin. Für die Exakten und Naturwissenschaften, insbesondere Mathematik, Physik, Chemie, Informatik, Geografie / Erdwissenschaften sollen Varianten einer Kooperation in Lehre und Forschung vorgeschlagen werden. Die Vorschläge können von der Zusammenarbeit in einzelnen Fächern, über das Angebot gemeinsamer Bachelor- und Masterdiplome bis hin zur Zusammenführung einzelner Disziplinen an einem Ausbildungsort und Aufhebung am anderen reichen.

Auch bei den Life Sciences werden Szenarien für eine Zusammenarbeit entwickelt. Diese umfassen wie in den Naturwissenschaften eine Bandbreite von der Zusammenarbeit in einzelnen Fächern über gemeinsame Bachelor- und Masterdiplome bis zur Zusammenführung von Disziplinen an einem Ausbildungsort und Aufhebung am anderen. Zu prüfen ist auch die mögliche Gründung eines Kompetenzzentrums respektive eines Interuniversitären Departements «Life Sciences Bern-Freiburg».

In allen drei Teilberichten sollen die Auswirkungen der verschiedenen Szenarien auf die Qualität in Forschung und Lehre sowie auf die Personal- und die Kostenstruktur untersucht werden.

Besonderes Augenmerk gilt ausserdem der Unterrichtssprache: Alle Szenarien müssen als Unterrichtssprachen Deutsch und Französisch berücksichtigen (neben der Wissenschaftssprache Englisch). Geprüft werden auch mögliche Kooperationsmöglichkeiten mit der Universität Neuenburg. Der Schlussbericht der Projetkgruppe wird gegen Ende 2006 erwartet.

15.03.2006