Klimarisiken, KI und Vertrauen in die Wissenschaft

Am Montag, 29. Juni 2026 spricht Klimaforscher Reto Knutti im Rahmen einer internationalen Konferenz an der Universität Bern darüber, wie verlässlich wissenschaftliche Klimavorhersagen heute eigentlich sind. In seinem öffentlichen Vortrag zeigt er, welche Rolle riesige Datenmengen, Supercomputer und KI für die Klima- und Wetterforschung spielen, wo ihre Grenzen liegen und was es zusätzlich braucht, damit Politik, Medien und Bevölkerung fundierten Prognosen vertrauen können.

Die Universität Bern ist 2026 Gastgeberin der internationalen, wissenschaftlichen Fachkonferenz PASC2026 (Platform for Advanced Scientific Computing). Diese steht dieses Jahr unter dem Leitthema «Vertrauen schaffen durch Co-Design im Hochleistungsrechnen». Forschende aus aller Welt diskutieren, wie Supercomputing zu verlässlichen Erkenntnissen in Bereichen wie Gesundheit, Klima, Energiesicherheit und digitaler Kommunikation beitragen und so das Vertrauen in die Wissenschaft stärken kann.  

Um die breite Öffentlichkeit in diese Diskussion einzubeziehen, findet an der Konferenz ein öffentlicher Abendvortrag von Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, statt. «Mit der PASC Conference 2026 präsentieren wir internationale Spitzenforschung, auch von der Universität Bern», sagt Dominik Obrist, Professor für Kardiovaskuläre Technik am ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern und Chair der Konferenz. Er fügt an: «Wir wollen zeigen, wie Supercomputer und KI helfen, komplexe gesellschaftliche Herausforderungen besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln – und gleichzeitig offen diskutieren, welche Verantwortung Wissenschaft und Betreiber digitaler Infrastrukturen tragen, wenn Modelle und KI Systeme zur Grundlage wichtiger Entscheidungen werden.» 

In seinem Vortrag wird Reto Knutti darlegen, wie sich Klima‑ und Wetterforschung dank immer leistungsfähigeren Computern und wachsender Datenmengen in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt haben, welche Chancen Technologien wie Machine Learning und Large Language Models bieten – und wo die Grenzen liegen. Dabei geht es auch um die Frage, wie verlässliche Erkenntnisse von Fehlinformationen unterschieden werden können und wie Vertrauen in Modelle, Daten und Institutionen gesichert werden kann. 

Klimaforschung, KI und vertrauenswürdige Modelle 

An der Konferenz kommen zahlreiche Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland zu einem interdisziplinären Austausch zusammen. Unter anderem befasst sich ein Teil mit der Forschung von Dominik Obrist und zeigt, wie hochpräzise Simulationen von Blutströmungen im Körper in der Medizin und in industriellen Anwendungen eingesetzt werden. Ein weiterer Teil unter der Leitung von Tobias Hodel von den Digital Humanities am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern beleuchtet, wie Hochleistungsrechnen und KI zentrale Bausteine vertrauenswürdiger Systeme in den Anwendungsfeldern Verkehr, Energie und digitale Kommunikation werden und insbesondere wie Forschungseinrichtungen generative KI sicher und kontrolliert nutzen können. 

«An der PASC Conference 2026 wollen wir zeigen, dass neue Technologien wie KI und die Verarbeitung grosser Datenmengen und komplexen physikalischen Problemen mit Supercomputern dazu beitragen können, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen», sagt Dominik Obrist. «Zugleich möchten wir deutlich machen, dass diese Technologien nur dann zum Nutzen der Gesellschaft wirken können, wenn Transparenz, Nachvollziehbarkeit und eine offene Diskussion in der Forschungscommunity und darüber hinaus gewährleistet sind.» Obrist sagt abschliessend: «In Zeiten von Digitalisierung, Fake News und KI generierten Inhalten sind diese Fragen dringender denn je.» 

Medienschaffende sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen.  

PASC2026 Konferenz 

Datum 

29. Juni bis 1. Juli 2026 

Ort 

Hochschulzentrum vonRoll 
Fabrikstrasse 6 und Fabrikstrasse 8, 3012 Bern 

Sprache 

Die Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgeführt.  

Eintritt und Anmeldung 

Die Veranstaltung ist öffentlich.  
Mehr Informationen: https://pasc-conference.org/editions/pasc26/ 

Public Lecture 

Datum 

Montag, 29. Juni 2026, 18:20 – 19:20 Uhr  

Ort 

Hochschulzentrum vonRoll 
Fabrikstrasse 6, 3012 Bern 
Gebäude 6 – Raum 001 

Sprache 

Die Veranstaltung wird in englischer Sprache durchgeführt. 

Eintritt und Anmeldung 

Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.  
Mehr Informationen: https://pasc-conference.org/editions/pasc26/full-program/plenary-sessions/public-lecture/ 

Medienschaffende sind gebeten, sich bis Freitag, 26. Juni 2026 anzumelden. Anfragen für Interviews mit Prof. Dr. Reto Knutti und Prof. Dr. Dominik Obrist können an dieselbe Adresse gerichtet werden: medien@unibe.ch.

ARTORG Center for Biomedical Engineering Research 

Das 2008 gegründete ARTORG Center entwickelt innovative Gesundheitstechnologien, indem es die Fachbereiche Biomedizinische Technik und Medizin der Universität Bern zusammenführt. Die multidisziplinären Forschungseinheiten, die gemeinsam von technischen und klinischen Expertinnen und Experten geleitet werden, widmen sich den ungedeckten Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegepersonal. 

Mehr Informationen zum ARTORG: https://www.artorg.unibe.ch/index_eng.html 

Digital Humanities 

Forschende der Digital Humanities am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern befassen sich mit unterschiedlichen Themen, im Umkreis digitaler Text- und Bildanalysen, digitaler Edition und der Reflexion des Einflusses digitaler Methoden auf die Geisteswissenschaften und die Gesellschaft. Lehre und Weiterbildung sind zentrale Stützen der Professur, um digitale Kompetenzen zu verbreiten. 

Mehr Information zu den Digital Humanities: https://www.dh.unibe.ch/index_ger.html 

Über die PASC Konferenz 

Die Platform for Advanced Scientific Computing (PASC) Conference ist ein jährlich stattfindender, international renommierter wissenschaftlicher Kongress im Bereich High-Performance Computing (HPC). Die Konferenz wird vom Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) organisiert und durch den ETH-Rat unterstützt. Sie richtet sich an Forschende, Studierende und eine interessierte Öffentlichkeit. 

Mehr Informationen zu PASC: https://pasc-conference.org/ 

 

22.06.2026