Année Politique Suisse: Bewährtes wird noch besser

Année Politique Suisse (APS), auch schon als «Gedächtnis der Schweizer Politik» bezeichnet, erhält einen neuen Webauftritt. Am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern angesiedelt, wird die neue Informationsplattform 60 Jahre nach der Gründung des Projekts noch übersichtlicher, besser durchsuchbar und stellt sämtliche Angebote zur freien Verfügung. Mit seinem wissenschaftlichen Monitoring des politischen Geschehens bietet Année Politique Suisse breit nachgefragte Expertise und Orientierung.

Vor 60 Jahren erschien unter der Leitung von Erich Gruner, dem damaligen Direktor des 1965 gegründeten Forschungszentrums für schweizerische Politik an der Universität Bern, das «Jahrbuch Schweizerische Politik» - oder eben «Année Politique Suisse». Das Ziel, «la vie politique en Suisse» in systematischer Weise zu erfassen, ist für das Projekt bis heute zentral. In den letzten Jahren hat sich das «Gedächtnis der Schweizer Politik», wie Erich Gruner APS bezeichnet hatte, stark erweitert. Das komplett erneuerte Webangebot trägt diesen Erweiterungen Rechnung. Alle Informationen, Quellen und Daten von APS werden umfassend im Sinne von Open Science zur Verfügung gestellt.

Aus dem Jahrbuch entstand 2016 die digital zugängliche und laufend aktualisierte «Politchronik». Auf dieser werden alle wichtigen politischen Ereignisse der Schweiz erfasst, thematisch verortet, historisch verknüpft und auf wissenschaftlicher Basis zusammengefasst. «Wir betrachten dies als wichtige Grundlage für die Erweiterung aktueller politischer Debatten. Unsere wissenschaftlich aufbereiteten Informationen können die Orientierung in einer Informationslandschaft verbessern, die zunehmend unübersichtlicher und beliebiger wird», sagt Marc Bühlmann, Direktor von Année Politique Suisse. Der riesige Fundus an zeithistorischer Information vermag aufzuzeigen, wie überraschend häufig sich Politik wiederholt und wie stark auch neu erscheinende politische Aktualität tief in der Vergangenheit verwurzelt ist.

Rege genutztes Angebot: Von Kinderuni bis zu Parteien

Die Beschäftigung mit aktueller Politik und zeithistorischem Hintergrund führt zu entsprechender Expertise. So ist APS häufig in den Medien präsent oder unterstützt Medienschaffende bei Hintergrundrecherchen. Die Kompetenz von APS steht ebenso der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung: «Egal ob Kinderuniversität, Gymnasien, Parteien, Verbände, Kantonsregierung oder Bundeskanzlei: Année Politique Suisse kann helfen, politische Themen aus fundierter und historisch eingebetteter Perspektive zu betrachten», sagt Marc Bühlmann.

Bald auch Parteienatlas und parlamentarische Geschäfte

Zusätzlich zur Politikchronik hat sich APS im letzten Jahrzehnt zur zentralen Dokumentationsstelle für Schweizer Politik entwickelt. Dazu gehören etwa Swissvotes, die umfassendste Datenbank zu eidgenössischen Abstimmungen seit 1848, oder die seit 1965 bestehende Zeitungsdokumentation zur Schweizer Politik, die mit einer Sammlung politischer Inserate angereichert wird.

Auf der völlig neu gestalteten Plattform finden sich zudem Beschreibungen und Links zu allen Dokumentations- und Forschungsprojekten mit sämtlichen Daten und Publikationen. Die 165 Themengebiete laden zu einer vertieften und spezifischen Recherche eines konkreten Politikfeldes ein und vereinfachen die Suche nach Hintergrundinformationen. Mit verschiedenen Dashboards lassen sich Datenbestände durchsuchen, wobei auch Interessierte ohne statistische Kenntnisse diese Tools nutzen können.

Und das Angebot wird weiterwachsen: Bald wird ein Monitoring parlamentarischer Geschäfte sowie eine Datenbank dieser Geschäfte angeboten. Ende Jahr startet auch der Parteienatlas mit zahlreichen Informationen zu den Schweizer Parteien.

Fundus für die eigene Forschung

Seinen Bestand an Dokumentation und Daten nutzt APS auch für eigene politikwissenschaftliche Forschung an der Universität Bern: Sammelbände zu verschiedenen Themen, Jahresrückblicke, zahlreiche wissenschaftlichen Publikationen, Dissertationen und Qualifikationsarbeiten sind Resultate.

Dank der Unterstützung der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), der Universität Bern, Stiftungen, Partnerschaften und Drittmittelakquise ist das Projekt in den letzten zehn Jahren sehr stark gewachsen und das Team von Année Politique Suisse besteht mittlerweile aus 30 Personen. Zudem sind weitere Aktivitäten geplant: «Mit Blogbeiträgen und einem monatlichen Newsletter werden wir politische Aktualität künftig aktiver mit neutralen Hintergrundinformationen unterfüttern», so der Direktor von Année Politique Suisse Marc Bühlmann.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung für den Newsletter unter:
www.anneepolitique.swiss, www.politchronik.swiss, www.swissvotes.ch

Mehr zum Année Politique Suisse

Année Politique Suisse verfasst seit 1965 die Chronik zur Schweizer Politik. Ein Team aus Politikbeobachterinnen und -beobachtern am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern analysiert die wichtigsten politischen Ereignisse der Schweiz und dokumentiert sie in kurzen wissenschaftlich fundierten Synthesen, die auf der frei zugänglichen Politchronik der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Mit der Chronik lassen sich aktuelle politische Ereignisse in einen grösseren zeithistorischen, gesellschaftspolitischen und thematischen Kontext einordnen.

Neben der Chronik unterhält APS Swissvotes, die umfassendste Datenbank zu eidgenössischen Volksabstimmungen, eine schweizweit einzigartige Zeitungsdokumentation und zahlreiche weitere Datenbanken zur Schweizer Politik, mit denen Forschungsprojekte vorangetrieben werden. Sämtliche Informationen, Daten, Publikationen und Forschungsberichte sowie die Möglichkeit, sich für den Newsletter anzumelden: www.anneepolitique.swiss

03.06.2026