Das Universum erforschen, die Medizin revolutionieren
Das Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern organisiert in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft in der Schweiz und Liechtenstein am Montag, 4. Mai 2026 um 17 Uhr eine öffentliche Veranstaltung zum Thema, wie die Weltraumforschung dazu beiträgt, die menschliche Gesundheit besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Astronautin Claudie Haigneré und die Ärztin Anne Pavy-Le-Traon, Pionierinnen der Weltraummedizin, sowie weitere Forschende und Expertinnen und Experten werden von ihren Erfahrungen und Entdeckungen berichten und zeigen, wie Weltraummissionen neue Perspektiven für die Medizin eröffnen.
Wie tragen Weltraummissionen dazu bei, den menschlichen Körper besser zu verstehen? Inwiefern können die extremen Bedingungen von Weltraummissionen, wie beispielsweise Mikrogravitation oder lange Isolation, dazu genutzt werden, um neue therapeutische Ansätze zu erforschen und zu entwickeln? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Forschung in der Weltraummedizin und eröffnen vielversprechende Perspektiven für die menschliche Gesundheit.
Die Universität Bern fördert interdisziplinäre Forschung und hat fakultätsübergreifende Strategische Zentren geschaffen, die es Forschenden ermöglichen, über Fakultätsgrenzen hinweg an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen und Problemlösungen zu arbeiten. Das 2012 gegründete Center for Space and Habitability (CSH) spielt hier eine zentrale Rolle, indem es den Dialog zwischen der Astrophysik, dem Ingenieurwesen, der Biologie und der Medizin fördert. Prof. Dr. Brice-Olivier Demory, Direktor des CSH, fasst die Herausforderungen im Bereich Weltraummedizin wie folgt zusammen: «Bedeutende Fortschritte in der Weltraummedizin können nur durch eine erfolgreiche internationale Kooperation und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen erreicht werden, die das Wissen aus Medizin, Ingenieurwesen, Physik und Biowissenschaften verbindet». Die Veranstaltung «Das Universum erforschen, die Medizin revolutionieren» am Montag, 4. Mai bringt Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen, um die konkreten Auswirkungen der Weltraumforschung auf die Medizin zu veranschaulichen. Der Anlass ist Teil einer Reihe von jährlichen Veranstaltungen, die vom Center for Space and Habitability und der französischen Botschaft in der Schweiz und in Liechtenstein organisiert werden und die die französisch-schweizerische Zusammenarbeit im Bereich der Weltraumforschung hervorheben, indem renommierte Expertinnen und Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet eingeladen werden.
Hochkarätige Expertinnen und Experten im Gespräch über Weltraummedizin
Zu den Rednerinnen und Rednern am Montag, 4. Mai gehören die Ärztin und Astronautin Claudie Haigneré, die erste französische und europäische Frau im Weltraum, und die Spezialistin für Weltraummedizin Anne Pavy-Le-Traon vom Institut de Médecine et Physiologie Spatiales (MEDES), deren bahnbrechende Arbeiten dazu beigetragen haben, unser Verständnis der Auswirkungen des Weltraumfluges auf den menschlichen Körper zu verbessern. Brice-Olivier Demory beleuchtet in seinem Beitrag den Zusammenhang zwischen der Suche nach Leben im Universum und der Entdeckung von Tumoren der Bauchspeicheldrüse. Der Abend wird mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt, die von Robin Bonny, Doktorand am Physikalischen Institut, Abteilung Weltraumforschung und Planetologie an der Universität Bern, moderiert wird. Es diskutieren Eleonore Poli, Analog-Astronautin und Ingenieurin am Technologie-Innovationszentrum CSEM, Jessica Studer, medizinische Expertin am Institut de Médecine et Physiologie Spatiales MEDES, die ein Jahr lang in der Concordia-Station in der Antarktis gelebt hat, sowie Dominik Obrist, Professor für Herz-Kreislauf-Technik am ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern.
Die Veranstaltung wird in französischer Sprache abgehalten und ist nach vorheriger Anmeldung für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Apéro statt, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich direkt mit den Rednerinnen und Rednern auszutauschen. «Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit zu erfahren, wie die Erforschung des Weltraums dazu beiträgt, die Medizin zu verändern und aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen», sagt Brice-Olivier Demory.
Informationen zum Anlass
| Datum: | Montag, 4. Mai 2026 |
| Zeit: | 17.00 Uhr – 19.00 Uhr, Vortrag und Podiumsdiskussion mit anschliessendem Apéro |
| Ort: | Universität Bern, Gebäude für Exakte Wissenschaften, Raum 099, Sidlerstrasse 5, 3012 Bern |
| Eintritt: | kostenlos, nach vorheriger Anmeldung |
| Sprache: | Französisch |
Details zum Programm
Link zur Anmeldung für die breite Öffentlichkeit
Medienanmeldungen und Interviewanfragen sind bis zum 1. Mai 2026 zu richten an: charles.paris@diplomatie.gouv.fr
Center for Space and Habitability (CSH)Das Center for Space and Habitability (CSH) hat die Aufgabe, den Dialog und die Interaktion zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu fördern, die sich mit der Entstehung, Entdeckung und Charakterisierung anderer Welten innerhalb und ausserhalb des Sonnensystems, unserer Suche nach Leben in anderen Teilen des Universums und den Auswirkungen auf andere Disziplinen als die Naturwissenschaften beschäftigen. Zu den Mitgliedern, Partnern und Kooperationspartnern gehören Expertinnen und Experten aus der Astronomie, der Astrophysik und Astrochemie, der Klima- und Planetenforschung, der Geologie und Geophysik, der Biochemie und Philosophie. Beteiligt ist das CSH auch an Beobachtungen mit Weltraumteleskopen wie dem James Webb Space Telescope und mit grossen bodengestützten Einrichtungen wie dem Atacama Large Millimeter Array und dem European Extremely Large Telescope, das sich derzeit in der Bauphase befindet. Das CSH beherbergt zudem die CSH- und Bernoulli-Stipendien, die junge, dynamische und talentierte Forschende aus der ganzen Welt aufnehmen, um unabhängige Forschung zu betreiben. Das CSH führt eine Reihe von Programmen durch, um die interdisziplinäre Forschung an der Universität Bern zu fördern, einschliesslich der Zusammenarbeit und des offenen Dialogs mit Medizin, Philosophie und Theologie. Das CSH hat eine aktive Verbindung zu ähnlichen Zentren in der Schweiz, so mit dem Life in the Universe Center (LUC) in Genf und dem Centre for Origin and Prevalence of Life (COPL) in Zürich. |
Berner Weltraumforschung: Seit der ersten Mondlandung an der WeltspitzeAls am 21. Juli 1969 Buzz Aldrin als zweiter Mann aus der Mondlandefähre stieg, entrollte er als erstes das Berner Sonnenwindsegel und steckte es noch vor der amerikanischen Flagge in den Boden des Mondes. Dieses Solarwind Composition Experiment (SWC), welches von Prof. Dr. Johannes Geiss und seinem Team am Physikalischen Institut der Universität Bern geplant, gebaut und ausgewertet wurde, war ein erster grosser Höhepunkt in der Geschichte der Berner Weltraumforschung. Die Berner Weltraumforschung ist seit damals an der Weltspitze mit dabei: Die Universität Bern nimmt regelmässig an Weltraummissionen der grossen Weltraumorganisationen wie ESA, NASA oder JAXA teil. Mit CHEOPS teilt sich die Universität Bern die Verantwortung mit der ESA für eine ganze Mission. Zudem sind die Berner Forschenden an der Weltspitze mit dabei, wenn es etwa um Modelle und Simulationen zur Entstehung und Entwicklung von Planeten geht. Die erfolgreiche Arbeit der Abteilung Weltraumforschung und Planetologie (WP) des Physikalischen Instituts der Universität Bern wurde durch die Gründung eines universitären Kompetenzzentrums, dem Center for Space and Habitability (CSH), gestärkt. Der Schweizer Nationalsfonds sprach der Universität Bern zudem den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) PlanetS zu, den sie gemeinsam mit der Universität Genf leitet. |
23.04.2026
